The Railslovestory
  • 20. December 2018
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“Es waren einmal drei Studenten, die hatten Bock zu coden…“

So in etwa beginnt die Geschichte von Railslove. Drei Freunde mit Spaß am Hacken und ohne Ahnung von Business, die es einfach mal probiert haben. Daraus wurde mehr als eine Dekade voller spannender Aufgaben, unvergesslicher Erlebnisse, Ups und Downs, mittendrin in der boomenden Web-Szene. Schöne und fordernde Jahre, in denen sich so viel verändert hat. Wir sind heute zwar andere als zu Anfang — aber noch immer Railslove.

2006–2010

Vor mehr als zehn Jahren lernten sich die drei Gründer Bumi, Tim und Jan im Studium kennen, merkten sie haben alle Lust “irgendwas mit Web” auf die Beine zu stellen und gründeten 2007 kurzerhand eine GbR mit Sitz in einer winzigen Küche in Köln-Mülheim. An dieser Stelle wurde Railslove geboren — eine Agentur für ein besseres Web. Schon kurz darauf bezogen die drei allerdings ihr zweites (ein richtiges) Büro in Ehrenfeld, wo das junge Railslove Trio mit verschiedenen anderen Web-Revoluzzern zusammen saß. Aus dem Spaß am Coden und Hacken wurde langsam Ernst. Kunden wollten bedient, Rechnungen geschrieben und ein kleines Unternehmen geführt werden. Und das war alles noch Neuland.

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Zu unseren wirklich frühen Kunden zählten damals die Gründer von PAYANGO, die mit der Frage auf uns zu kamen, ob wir für Sie einen Prepaid-Kreditkarten-Shop aufbauen könnten, bei dem Kunden ihre Karten mit eigenen Motiven bedrucken können. Sportlich wurde es, weil der Shop schon bald online gehen musste und wir dabei weder Kreditkarten-APIs noch die Schnittstelle zur Kartendruckerei je in den Fingern hatten. Wir lernten also ganz früh und natürlich, wie man Produkte aufs Wesentlichste reduziert und dann auf den Markt bringt, so dass man erste Ziele erreichen kann (Bestellungen können getätigt werden) und alles weitere später ausrollt (Karten werden tatsächlich gefertigt und verschickt). Aus dem Ur-Payango-Shop wurden schließlich zahlreiche White-Labels und aus dem ersten Hau-Ruck-Projekt eine Zusammenarbeit über Jahre.

Wenn Railslove damals aber eines richtig gut konnte, dann umziehen: Das dritte Büro wurde 2008 beim Hochschulinkubator ”Center for Scientific Entrepreneurship and Transfer” in Zollstock bezogen. Hier lernten wir Tatjana kennen, die schon bald zu unseren ersten Mitarbeitern zählte und bis heute Railslove hinter den Kulissen schmeißt.

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Mit ihr zusammen zogen wir im Februar 2010 ins rechtsrheinische vierte Railslove Büro unweit der Zoobrücke — und mit diesem Office in der alten Deutzer Gasmotorenfabrik ging es richtig los: Wir machten dort mit Coworking Cologne den ersten Coworking Space Kölns auf, waren Mitgründer seines Betreiber-Vereins Gasmotorenfabrik e.V. und Nachbarn und Freunde der ersten Stunde des ersten Kölner FabLabs DingFabrik – was uns anspornte all unsere Büromöbel selbst zu bauen. Wir organisierten auf dem weitläufigen Industriegelände unseres Büros mehrere internationale Konferenzen und etablierten uns weiter als ernstzunehmende Agentur für Webentwicklung mit Hand und Fuß und Leidenschaft.

Von Deutz aus arbeiteten wir auch an 9flats.com — bis heute eines unserer Schlüsselprojekte durch das und mit dem Railslove weiter Fahrt aufgenommen hat und wachsen konnte. Denn neben Stephan Uhrenbacher stellten wir zur Geburtsstunde des Startups das komplette Produkt-Team: Design, Entwicklung, Steuerung, wir machten’s — und es war eine wilde und tolle Zeit. Wild, weil der Markt der privaten Zimmervermittler hart umkämpft war und mit Wimdu (Rocket Internet) ein ernstzunehmender Konkurrent am Start war, während airbnb zunächst nur aus der Ferne auf Deutschland schaute. Toll, weil Stephan uns großes Vertrauen entgegenbrachte und wir uns mit aller Leidenschaft dem Produkt hingeben konnten. Über zwei Jahre waren wir mit an Bord und die Anekdoten aus den gemeinsamen Nächten in Hamburg und Berlin erzählen wir uns noch heute.

(Übrigens: In Hamburg hatten wir auch mal kurze Zeit ein zweites Büro. Hat dann leider doch nicht so gut für uns funktioniert..;))

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2010–2013

Besonders in dieser Zeit zwischen 2010 und 2013 waren wir wahnsinnig aktiv in der wachsenden Kölner Webszene mit unzähligen Barcamps und Meetups. Railscamp, Railsgirls und Nodecamp fanden in unseren Räumen statt und wir wurden zum Motor der Kölner Community. Railslove, der bunte Hund bei allen Nerd-Formaten in der Domstadt.

Die Projekte liefen, das Büro war riesengroß und so fing Railslove in den Jahren ab 2010 auch an, personell zu wachsen. Zum Team gesellte sich schon bald Paul, er und Tatjana waren die ersten Mitarbeiter. Nicht viel später folgten dazu Jakob, Stephan und Lars – und mit Liane hatten wir im gleichen Jahr schließlich zum ersten Mal eine Vollzeit-Designerin im Team, um unseren Anspruch zu untermauern, dass wir Projekte am liebsten von vorne bis hinten verantworten.

Es dauerte dann noch etwa drei Jahre bis schließlich auch in Deutz der Platz knapp wurde und sich durch die zuverlässig ausfallende Heizung im Winter eine Hassliebe zum sehr charmanten, aber auch sehr sanierungsbedürftigen 50er-Jahre-Bau einstellte. Also ging es ein letztes Mal ans Kisten packen und wir zogen in unser aktuelles Büro im Herzen der Kölner Südstadt – ein so lebenswertes Veedel, in dem man einfach gerne seine Zeit verbringt, vor allem natürlich im Straßenkarneval: Endlich ein Büro mittendrin.

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In der Südstadt wuchsen wir zwischenzeitlich auf rund 25 Festangestellte, Werkstunden und Freelancer, so dass wir sogar ein Jahr lang das benachbarte Café Walter als Coworking-Fläche und Arbeitsraum dazu mieteten und so unsere Coworking-Initiative auch noch eine Zeit in der Südstadt fortführen konnten. Nach einem Besitzerwechsel des Cafés endete unsere knapp 6-jährige Coworking-Ära leider — bis auf Weiteres — Anfang 2017.

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Bereits in unserer 9flats-Zeit lernten wir Axel Heinz kennen, damals Head of Product des Hamburger Startups, Jahre später längst ein guter Freund von Railslove. Als er uns dann 2013 erzählte, dass er ein eigenes Startup gründen wollte, witterten wir das nächste Abenteuer und sagten ohne zu zögern unsere Unterstützung zu. In den Monaten danach entstand in gemeinsamer Arbeit: Makerist. Zunächst als Online-Handarbeitsschule gestartet hat es sich mittlerweile zum breit gefächerten DIY-Portal weiterentwickelt und läuft bis heute erfolgreich — und wir konnten wieder einmal unsere ganze Stärke einbringen, ein Unternehmen und ein Produkt von Anfang an begleiten, das heutige Makerist-Team mit aufbauen, Investmentrunden gemeinsam meistern, und, und, und. Ein Projekt wie aus dem Railslove-Bilderbuch.

Die Folgejahren boten nicht weniger spannende Stationen für uns und auch wenn wir auf 2019 schauen, freuen wir uns jetzt schon wieder auf die nächsten Herausforderungen, die auf uns warten.

Der Railslove Faktor

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Aktuell sind wir 18 Leute aus den Bereichen Entwicklung, Design, UX und Marketing.

Viele schon waren Teil der Railslove Family und die meisten sind lange geblieben. Und jedes Jahr begegnen wir neuen Leuten, die zu unserem Kollektiv aus Kollegen und Freunden hinzustoßen möchten. Wir haben früher jeden Tag etwas darüber gelernt, wie man ein Unternehmen auf die Beine stellt. Heute lernen wir immer noch jeden Tag etwas darüber, wie man es am Laufen hält – und während wir uns große Mühe geben, dabei die Railslove-Identität zu bewahren, haben wir doch gleichzeitig die Möglichkeit uns als Agentur immer wieder neu zu erfinden und mit dem jeweils aktuellen Team immer neue Richtungen einzuschlagen. Railslove steht nicht still.

Denn damit wir noch mindestens zehn weitere Jahre für euch richtig gute Produkte entwickeln und mit gestalten können, beschäftigen wir uns nach wie vor mit tausend Dingen neben dem Tagesgeschäft: Die aktive Weiterentwicklung der Arbeitskultur, das Herumprobieren mit immer neuen Technologien, das Befeuern der lokalenWeb-Szene, Produkt-Experimente und dutzende kleine Side Projects, das Erkunden neuer Dienstleistungen, das Sponsoring der Fortuna Köln Damenmannschaften, unsere Mitwirkung bei Programmierkursen für Kinder oder für Flüchtlinge, unser Aufstieg und Fall in der Kölner Kickerliga, die gemeinsamen Feste und Feiern zu jeder Gelegenheit, … ohne all das wären wir nicht wir.

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Was uns Recht gibt: Aus vielen dieser Spaßprojekte ist etwas Verwertbares geworden, aus vielem in der Not gebastelten sind Produkte entstanden, die wir heute noch einsetzen oder über die wir sogar neue Projekte gewinnen. Ob nützliche Tools für Fintech-Entwickler oder unsere Kicker-App für alle Tischfußballfreunde oder — neu und sehr sehr gut! — unser neues Karton-Startup backstreet box:

Wir bauen Produkte, weil wir es möchten und weil wir es können und weil wir glauben, dass wir damit das Web für euch und uns ein Stück besser machen.

Wir sitzen dabei zwar nicht mehr in ranzigen Kellern auf Getränkekisten, aber das macht der Rücken ja auch nicht mehr mit. Auch zimmern wir unsere Möbel nicht mehr selber und haben seit vielen Jahren schon eine funktionierende Heizung. Doch im Herzen wollen wir immer noch das gleiche: Wir sind mit Leidenschaft am Start für ein Web, das alle weiterbringt.

Das bist Du auch? Wir freuen uns, dich kennenzulernen!